Trinkwassernotversorgung- Viel Geld für hypothetische Notfälle

15. Juli 2013

Presseerklärung der Grünen Bonstetten zum AZ-Bericht vom 12.07.2013
„Notversorgung für Wasser. Bonstetten will mit Adelsried kooperieren“ von S. Kuchenbaur

Unser neuer Brunnen

Auf der letzten Gemeinderatssitzung hat der Gemeinderat gegen die Stimmen der Grünen beschlossen, das Projekt Notversorgung für Trinkwasser mit Adelsried mit Kosten in Höhe von 500 000 Euro gemeinsam voranzutreiben. Zur Beratung war vom Wasserwirtschaft-samt ein Experte eingeladen, um uns mit fachlichem Rat  zu unterstützen. Gerade hier sahen sich die Grünen enttäuscht, denn die Fragen nach den in Zuständigkeitsbereich der Behörde bisher aufgetretenen Störfällen in der Trinkwasserversorgung und deren Beseitigung blieben unbeantwortet: Wie viel Störfälle gab es bisher im Zeitraum der letzten 20 Jahre? Welche unterschiedlichen Ursachen wurden festgestellt? Wie wurden die Störfälle beseitigt? Wie lange mussten die betroffenen Bürger mit Notmaßnahmen vorlieb nehmen?

Gerade mit konkreten Antworten auf diese Fragen hätte man das Störfallrisiko hinsichtlich Eintrittswahrscheinlichkeit, Höhe des Schadens/ Beseitigungskosten wie z.B. die vorübergehende Chlorzugabe des Wassers, sowie die Dauer einer möglichen Beeinträchtigung abschätzen können und diese in Relation zum Aufwand einer Notversorgung durch eine Verbundleitung setzen können. An dieser Stelle vergisst unser Bürgermeister in seinen Ausführungen an die AZ, dass die Bonstetter erst 2012/2013 für den Neubau des Brunnens tief in die Tasche greifen mussten mit einer Ergänzungsabgabe sowie der Erhöhung der Wasserpreise. Eine Notversorgung muss wieder auf die Bürger umgelegt werden. Statt also die angeschnittenen Fragen zu klären, kaprizieren sich die Anhänger um Bürgermeister Gleich darauf, ob der alte Brunnen in der Bahnhofstraße über das Jahr 2015 hinaus eine wasserrechtliche Genehmigung durch das Landratsamt erhalten könnte.

Auch in diesem Punkt bleibt die Auskunft des Experten vage. Seiner Meinung zufolge werde das Wasserwirtschaftsamt „mit hoher Wahrscheinlichkeit“ eine Trinkwasserversorgung auch für den Notfall und trotz hervorragender Wasserwerte verneinen. Pikant daran ist, dass jetzt auch ohne Ausweisung eines Trinkwasserschutzgebietes seitens des Wasserwirtschaftsamtes in Donauwörth Bonstetten mit dem Wasser vom neuen Brunnen versorgt brunnen kleinwird.

Wie sehen wir Grünen einen möglichen Nofall? Durch die Lage des neuen Brunnens und seines Wassereinzugsbereiches im Waldgebiet ist eine Verunreinigung mit Kolibakterien (laut eigener Auswertung der AZ-Berichte einer der häufigsten Störfälle), so gut wie ausgeschlossen. Einer Verunreinigung aus dem Leitungsnetz kann auch mit einer Einspeisung aus Adelsried nicht abgeholfen werden. Bleibt als Störfall noch ein technischer Defekt an der Förderanlage/Pumpe. Hier kann man mit einer Reparatur binnen weniger Tage rechnen. Dem kann mit einem Wartungsvertrag, wie er z.B.für die Straßenbeleuchtung in Bonstetten besteht, abhelfen. Wem das noch zu viel Risiko ist, der schafft  eine Ersatzpumpe an, die ca. 1/10 der Kosten des Notverbundes ausmacht.

Aus diesen Gründen braucht Bonstetten keinen Notverbund. Die horrenden Kost einer Verbundleitung mit Adelsried kann man den Bürgern guten Gewissens ersparen. Diese Auffassung teilen wir mit Joseph Schmid, der sich als ehemaliger Gemeinderat und Kenner der Materie bereits im April in einem Schreiben an den Gemeinderat mit ähnlichen Argumenten ablehnend geäußert hat.

Leo Kränzle
Bonstetten, den 13.07.2013

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