Kann man den Zahlen des Bürgermeisters noch trauen?

In der Bürgerversammlung am Freitag den 18.11.2011 verkündete Anton Gleich seinen Bürgern noch, dass die Kosten für den Kindergarten/Gemeindesaal-Neubau von 1,5 Mio. auf ca. 2 Mio. Euro steigen werden. Als nach den Gründen gefragt wurde, verweigerte er die Auskunft, mit dem Hinweis, den Ausführungen des Architekten in der Gemeinderatssitzung am Montag, den 21.11.2011 nicht vorgreifen zu wollen. Dort kam dann das ganze Ausmaß der Kostensteigerungen auf den Tisch. Der Neubau kostet tatsächlich ca. 2,3 Mio. Euro. Darin sind die hohen Aufwendungen für die Verkehrserschließung von ca. 200.000 € (Zufahrt, Fußweg, Treppe, Stützmauern etc.) noch gar nicht enthalten. Bei den Gesamtkosten für die KiTA sollte der Preis für das Grundstück nicht vergessen werden.

Begründet wurde die Steigerung mit:

  • Qualitätsmehrung durch Änderung bei der Ausführung
  • Wetterbedingte zeitliche Verzögerungen, dadurch z.B. höhere Stahlpreise
  • Unwägbarkeiten, die in der Planungsphase nicht absehbar waren.

Mussten Bürgermeister und Architekt angesichts der vielen Nachträge in der Bauausführung   nicht mit erheblichen Kostensteigerungen rechnen? Wie kann es sein, dass während der gesamten Bauphase der Bürgermeister zu keinem Zeitpunkt den Gemeinderat über die erheblichen Kostenüberschreitungen informiert hat? Ganz im Gegenteil, noch in der Gemeinderatssitzung am 28.06.2011, zwei Monate vor der Eröffnung der KiTA, verkündete der Architekt, dass die Kosten im geplanten Rahmen bleiben. Auf Nachfrage des GRÜNEN Leo Kränzle in der Gemeinderatssitzung am 21.11.2011 wurde diese Fehlinformation damit begründet, dass noch nicht alle Abrechnungen vorlagen. Sollte dies so stimmen lässt sich vermuten, dass Bürgermeister und Bauleitung den Überblick verloren haben.

In ihrer Bürgerpost 2010 bezifferte CSU/UW die Kosten für die Kindertagestätte auf 1,3 Mio Euro und den Gemeindesaal auf 300.000 Euro und sprachen von einem finanziellen Kraftakt. Demnach hat sich die Gemeinde bei 2,3 Mio. Euro wohl verhoben? Wo ist bei einer Kostenmehrung von 800.000 Euro das umsichtige Wirtschaften, das der Bürgermeister immer wieder für sich in Anspruch nimmt? Die Verantwortung für die Mehrausgaben trägt allein Bürgermeister Gleich mit seiner Fraktion, denn wie bei fast allen Projekten hier in Bonstetten hat er auch bei dem „Jahrhundertbauwerk“ KiTA die anderen Fraktionen im Gemeinderat kaum beteiligt und  Informationen vorenthalten.

Genauso wie er seinen Bürgern die ganze Wahrheit verschwieg und, bei Nachfrage in der Bürgerversammlung, weitere Auskünfte verweigerte.

Christine Disse-Reidel
Sprecherin des Ortsverbandes

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3 Responses to Kann man den Zahlen des Bürgermeisters noch trauen?

  1. Emanuel sagt:

    Netter Post, ich komme auf jeden fall oefter

  2. Gustav sagt:

    Lehrreicher Artikel. Bereichernd, wenn man sowas auch mal aus einem anderen Blickwinkel betrachten kann.

  3. klaus sagt:

    Klaus

    „Maul Halten“
    über den Gleichmut der Bonstetter kann man sich angesichts der Überziehung der veranschlagten Baukosten zum Kindergarten nur wundern.
    Aber wahrscheinlich funktioniert Bonstetten immer noch so wie zu Zeiten Heinrich Heines:

    Vertrauet eurem Gemeinderat
    der fromm und liebend schützt den Staat
    durch huldreich hochwohlweises Walten
    euch ziemet stets das Maul zu halten

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