Mitschrift der Gemeinderatssitzung am 09.06.2010 jetzt online

24. Juli 2010

Nachdem wir unser GRÜNinformiert an alle Haushalte im Ort verteilt haben veröffentlichen wir die Mitschrift der Gemeinderatsitzung auch wieder im Internet. In der Papierausgabe ist uns leider ein ärgerlicher Druckfehler ausgekommen. Die Sitzung war nicht am 09.07. 2010 sondern am 09.06.2010. Sie können sie wie immer nachlesen, mit richtigem Datum, unter „Aus dem Gemeinderat„.

Schöne Grüße
Christine Disse-Reidel

Vorwort GRÜN informiert:

Alles Spitze oder was?
Bonstetten ist Spitze in vielerlei Hinsicht. In unserem Dorf gibt es den größten Dorfpark weit und breit. Der Stauffersberg ist die höchste Erhebung in Mittelschwaben. Dort oben steht der höchste Turm im Landkreis, der als Wahrzeichen von Bonstetten gilt..  Und? In 10 Jahren hat die Gemeinde gleich 3 Baugebiete ausgewiesen, also Bauplätze im Überfluss geschaffen.
Grundstückskäufer sind hier willkommen! Denn die Gemeinde braucht dringend Geld, um ein weiteres Projekt der Superlative zu verwirklichen. Geld für einen Veranstaltungssaal (Bauantrag bereits gestellt, geschätzte Kosten: ca. 800.000 Euro) mit Platz für bis zu 400 Personen. Manch einer wird fragen, wozu ein Ort mit 1200 Einwohnern einen Saal braucht, der größer wird als der Holzwinkelsaal in Welden.  Es gab im Gemeinderat durchaus Bedenken gegen dieses Vorhaben. Eine kleinere Saalvariante für bis zu 200 Personen (Kosten ca. 400.000 Euro) war im Gespräch. Auch der Standort in einem Wohngebiet erschien einigen Gemeinderäten der CSU und der FW nicht ideal. Diesen Überlegungen wurde nicht Rechnung getragen, plötzlich stand im Protokoll der Gemeinderatssitzung, dass ein Bauantrag für eine große Saallösung gestellt wird. Solch ein Projekt, das die finanziellen Mittel der Gemeinde auf Jahre bindet, bedarf einer realistischen und kühl durchdachten Kalkulation. Keine Frage, ein Saal für Veranstaltungen in Bonstetten ist wünschenswert und notwendig. Es darf aber nicht am Bedarf vorbei geplant werden, deshalb wäre der erste Schritt eine genaue Bedarfsanalyse. Alle Vereine und Organisationen sollen darlegen, welche Veranstaltungen sie sich in dem Saal vorstellen können. Geht man allerdings den Veranstaltungskalender der Gemeinde durch findet man kaum Events die eine Saal mit 200 Personen füllen könnten, von 400 gar nicht zu reden. Das Argument, ist der Saal erst einmal da, kommen auch die Veranstaltungen ist nicht haltbar. Wer möchte denn als Veranstalter das finanzielle Risiko für Gagen usw. tragen? Auch Erfahrungen aus benachbarten Gemeinden mit ähnlich Sälen kann man berücksichtigen, beispielsweise die Gemeinde Aystetten (3000 Einwohner). Dort hat man euphorisch schon vor ca. 15 Jahren einen Gemeindesaal für 250 Personen gebaut, der – sie ahnen es – ganz und gar nicht ausgelastet ist. Er stand schon einmal zur Disposition und sollte sogar zurückgebaut werden. Weil es keinen Sinn macht, ihn Jahr für Jahr teuer zu unterhalten, ohne dass Veranstaltungen in nennenswertem Umfang (wenigstens einmal die Woche) stattfinden.

 

In Bonstetten allerdings sieht man die Dinge von anderer Warte. Die Vereine, so die Auskunft des Bürgermeisters, wollen ihn. Ob sie ihn wirklich brauchen, wurde trotz Nachfragen bislang nicht dargelegt. Klar ist, dass der Vorstand des Musikvereins vehement für einen großen „Konzert“-Saal plädiert ebenso der Vorsitzende des Heimatvereins. Und wie denken die anderen Vereine? Das erfährt man nicht so genau.
Wenn also noch etwas das Prädikat Superlativ verdient, dann sicher dieser Bauantrag, geradewohl ins Blaue hinein gestellt.
Gibt es Alternativen? Neben der schon angesprochenen kleineren Variante wird bald der alte Kindergarten frei. Unter Umständen lässt sich hier ein kleines Veranstaltungszentrum für alle Bürger, Vereine und Organisationen verwirklichen. Vielleicht sogar kostengünstig, mit Eigenleistung der Bürger und Vereine. Andere Gemeinden haben das schon vorgemacht.
Kann man als unbefangener Bürger vom Bürgermeister und der Mehrheit im Gemeinderat mehr Sorgfalt bei Vorbereitung und Planung von Projekten dieser Dimension erwarten? Man sollte, denn ein Saal dieser Größenordnung darf nur dann angegangen werden, wenn der Bedarf –von wem auch immer- dargelegt und seitens der Gemeinde gründlich geprüft wurde. Doch die Verantwortlichen für den eingeschlagenen Weg lassen vorausschauende Vernunft leider vermissen. Die Folge haben bei knapper werden Finanzmitteln alle Bürger zu tragen. So könnte das Geld für andere wichtige Vorhaben wie die Beteiligung am Zweckverband „Naturbadesee im Holzwinkel“ fehlen.
Die Grünen im Gemeinderat wollen eine Politik, die die  Verbesserungen der Freizeitqualität am Ort für alle im Blick behält. Der Bürger mag sich selber ein Urteil bilden ob dies mit einem großen Gemeindesaal oder eher mit einer nahegelegenen Bademöglichkeit verwirklicht werden kann?

Ihr
Leo Kränzle
Gemeinderat
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN