Bürgerversammlung 12.05.2009

Überraschend wurde mitten im Jahr von Bürgermeister Gleich zu eine Bürgerversammlung geladen. Neben einem Teil der Gemeinderäte waren nur ca. 25 Bürger anwesend. Um sich über die Versammlung zu informieren stellen wir in der Rubrik „ Aus dem Gemeinerat“  Bürgerversammlung Mitschrift am 12.05.2009  eine Mitschrift ein. Gleich rührte in der Bürgerversammlung mächtig die Werbetrommel für sein unsinniges Turmprojekt. Lesen Sie dazu den folgenden Kommentar von Gemeinderat Leo Kränzle

Ihre

Christine Disse-Reidel

 Aussichtsturm auf dem Stauffersberg – Nein Danke!  Der Bürgermeister verschweigt bei seinem Plädoyer für den Turm wesentliche Fakten. 

Statt Bärendienst ein Bärenturm

Statt Bärendienst ein Bärenturm

Der ehemalige Holzturm aus den 30er Jahren war zu keinem Zeitpunkt ein frei  zugänglicher Aussichtsturm. Der Telekomturm steht auf Heretsrieder Flur.

Mit seiner Behauptung, erst mit dem Turmbau könnte dann später ein Badesee angegangen werden, straft sich der Bürgermeister selbst Lügen, denn er und seine  Fraktion haben es abgelehnt, den Antrag der Grünen zu unterstützen, ein Naturfreibad (wie in Fischach, mit biologischer Kläranlage) auf die Projektliste des REAL e.V. zu setzen. Als Feigenblatt wurde von ihm ein Laugnasee befürwortet, obwohl man weiß, dass dieser wegen der Wasserqualität kein Badesee werden kann. Er selbst bezeichnete ihn in der GR Sitzung als „Pfütze“.

 Was man vom Turm aus auf dem Stauffersberg sehen kann, hängt von Fernsichtbedingungen (Fönlage) ab. Nach Auskunft des deutschen Wetterdienstes herrscht an ca. 15 Tagen pro Jahr ideale Fernsicht. Die Alpen sehen wir dann auch vom Heuberg aus sehr gut. Wozu also der Turm? Finanziell günstiger wäre es für Bonstetten, wenn Gleich, wie ja schon öfter geschehen, die Drehleiter der Freiwilligen Feuerwehr Gersthofen engagiert.

 Was bringt der angebliche Imagegewinn für Bonstetten? Ein wichtiges Ziel unserer Gemeinde ist, dass vor allem junge Familien nach Bonstetten ziehen wollen. Dafür sind andere Kriterien wichtig: Ein attraktiver Kindergarten, eine Kinderkrippe, ein dichtes Nahverkehrsnetz für Schüler und Arbeitnehmer (Nachtbus) eine schnelle Breitbandversorgung (DSL) und vor allem ein vielseitiges Freizeitangebot, unsere aktiven Vereine mit guter Jugendarbeit. Ein Turm verbessert die Lebensqualität  in Bonstetten nicht.

 Geographie ist nicht die Stärke von Herrn Gleich. Auf der Bürgerversammlung wird der Stauffersberg als „höchste Erhebung im Alpenvorland“ benannt. Richtig ist, dass der Staufersberg die höchste Erhebung in Mittelschwaben (!) ist. Dieser „Superlativ“ begründet  für sich genommen keinen Turm, denn die Aussicht  von dort oben ist eher bescheiden.

 Schön, dass es Fördergelder gibt. Den Turm gibt es für uns fast zum Schnäppchenpreis. Ein Turm, praktisch umsonst. Da muss man doch zugreifen, ohne nachzudenken? Man vergisst dabei leicht, dass es sich um Steuermittel handelt, die nur einmal ausgegeben werden können; dann aber bitte für Zwecke, die uns Bürgern dauerhaft nützen. Herr Gleich geht mit keinem Wort auf die Kosten für Unterhalt und Sanierung des Turms ein, die unserer Gemeinde über viele Jahre hin aufgebürdet werden.

 Dass aus Kostengründen ein Turm aus Stahl entstehen soll, hat schon etwas Groteskes.Die Amerikaner rissen einen funktionsfähigen Stahlgittermasten einfach ab, weil sie mit Schrott – der Preis war zum damalige Zeitpunkt hoch – Geld verdienen wollten, und weil sie von den Kaufabsichten des Bürgermeister erst am Morgen der Abrissaktion erfuhren. Jetzt soll, weil die Stahlpreise wegen der Finanzkrise wieder gefallen sind, statt eines Holz- ein Stahlturm errichtet werden. Diese Geschichte taugt zum Bonstetter Freilichttheater. Vielleicht steckt ja im Stahl noch etwas vom alten Gittermasten?

 Der Turmbau wird auch Auswirkungen auf den neuen Trinkwasserbrunnen haben. Ursprünglich war geplant, die Sondierungsbohrung (Kosten über 100.000 Euro) auch für den endgültigen Brunnen zu nutzen. Beim Beschluss im Gemeinderat über die Sondierungsbohrung hatte der Sachverständige Salvermoser von dieser Option gesprochen. In der Bürgerversammlung wollte Gleich nichts mehr davon wissen. Wegen der Auflagen des Wasserwirtschaftsamtes bezüglich der Schutzzonen (konkurrierende Nutzung sind das Schützenheim und der Turm) muß jetzt der Brunnenstandort in die südwestliche Ecke des Grundstücks des Wasserhochbehälters verlegt werden. Das führt zu erheblichen Kostensteigerungen, die wir Bürger über Gebühren zahlen müssen.

 Längst sind nicht alle Kosten sorgfältig erfasst. Darf man von Bürgermeister nicht erwarten, dass er über alle, wirklich alle Fakten berichtet.

Meine Bitte:  Bilden Sie sich selbst ein Urteil und entscheiden sie am 7.Juni, ob dieser Turm gut ist für Bonstetten.

 Leo Kränzle

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